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Wednesday, September 30, 2015

Kei + Colin XXXI: Erleichterung




SONNTAG
Colin hatte der Versuchung widerstanden, Kei anzurufen oder anzumailen. Er hatte sich nur sofort bei Shingo gemeldet. Gleich am nächsten Tag war er allein wieder im Kostümverleih gewesen, um das kaputte Kleid zu bezahlen und sich ein neues auszuleihen. Eines, das mit Rücksicht auf Keis Kommentar sehr anders aber immer noch altertümlich und europäisch aussah, wie Colin im Nachhinein etwas beschämt auffiel. Bei der Gelegenheit hatte er sich auch Armstulpen und verschiedene breite Arm- und Halsbänder gekauft. Die Drahtspuren an seinen Handgelenken würden noch sehr lang zu sehen sein, und er konnte nicht jeden Tag den ganzen Tag lang Rollkragen tragen um die ewig erneuerten Blutergüsse an seinem Hals zu verdecken.

Drei Tage lang hatte Kei im Krankenhaus gelegen. Er hatte Unmengen an Blutkonserven bekommen, nichts gegessen und auch sonst nur darauf gewartet, da wieder rauszukommen.
Am vierten Tag verließ er das Krankenhaus. Die Wunde war fast verheilt und ihm war die Decke auf den Kopf gefallen. Da er minderjährig war, hatten ihm die Leute da zudem die Kippen verweigert.
Er schrieb Colin eine SMS in der stand, dass er wieder zuhause sei.

Colin antwortete nicht.
Oder vielmehr, er antwortete, indem er sein Notenheft zur Seite warf, die Treppe hinunterwetzte, sich Jacke und Stiefel anzog (in Stiefeln mit hohem Schaft fühlte er sich nun sicherer), und zur U-Bahnhaltestelle rannte.
Eine knappe halbe Stunde später klingelte er bei Kei. Kei ging an die Tür und öffnete unten, die obere ließ er auf und wartete. Colin nahm die Stufen doppelt, als er hinaufeilte, und war ziemlich außer Atem, als er ankam. Ihm war außerdem unterwegs warm geworden, also hatte er seine Jacke geöffnet und die Ärmel hochgekrempelt, was den Blick auf seine breiten Lederarmbänder und das breite Halsband freigab.
Kei grinste, als er ihn sah.
"Interessanter Weg die Wunden zu verdecken." Er ließ ihn eintreten.
"Besser als ein Verband." Colin musterte ihn. "Es geht dir gut," stellte er atemlos fest.
"Ja, es geht mir wieder gut. Und das steht dir auch besser als Verbände." Kei trug nur eine Jogginghose, da er den ganzen Tag mit Nichtstun verbracht hatte.
"Wie sieht das aus?" fragte Colin und zeigte auf Keis vorderseitiges Pflaster.
"Fast wieder weg," sagte Kei.
"Wie schnell," kommentierte Colin. Er hatte mittlerweile seine Luft wiedergefunden. "Es wäre irgendwie schade gewesen, wenn du gestorben wärst." Er wurde etwas rot, als er das sagte.
"Find ich auch." Kei machte eine Pause. "Du wärst tot auch nicht so gut gewesen."
Colin lachte.
"Oh, ich wette, ich wäre tot verdammt gut gewesen. Aber lebendig bin ich noch besser."
Kei lachte ebenfalls.
"Überschätz dich nicht, Keiner."
"Und du überanstreng dich nicht." Colin stieg aus seinen ungeschnürten Stiefeln.
"Ich wollte aber einen Marathon laufen, was mach ich jetzt?"
"Lauf ihn. Lass uns aber vorher wetten, wie weit du kommst." Er schob seine Stiefel an die Seite und zupfte seine Socken stramm. Dann zog er sich die Jacke aus.
"Bis zum Ende natürlich und dann stehe ich wieder hier als wär nichts gewesen." Er lächelte. Colin warf seine Jacke auf die Stiefel.
"Das hast du bestimmt gerade gemacht, während ich weggeguckt habe."
"Klar und zwischendurch hab ich noch was gegessen und mich an- und wieder ausgezogen."
Colin grinste und nahm Keis Hand.
"Weißt du, woran ich das als dreiste Lüge entlarven kann?"
"Woran?"
"Du isst nicht," sagte Colin sanft und geduldig. Er ging zum Schlafzimmer und zog Kei hinter sich her. Kei ging ihm nach.
"Tue ich, es schmeckt, Aber ich esse selten."
"Also nur zum Spaß. Was isst du denn?" Vor dem Bett hielt er an.
"Abgesehen von dir? Meistens ungesundes."
Colin musste wieder lachen.
"Du isst mich nicht. Du trinkst mich."
"Das ist fast das gleiche. Wenn ich Stücke aus dir herausbeißen würde, wärst du irgendwann ziemlich unansehnlich."
Colin zuckte mit den Schultern. Er legte eine Hand auf Keis Brust und versuchte, ihm zu bedeuten, sich hinzusetzen. Kei setzte sich tatsächlich, zog Colin aber mit sich, sodass der nun rittlings auf seinem Schoß saß und er selbst auf seinem Bett. Er küsste den Kleineren. Colin erwiderte den Kuss.
"Danke," sagte er leise.
"Gern geschehen."
Colin lachte leise.
"Glaube ich nicht." Er strich über das Pflaster auf Keis Rücken und küsste ihn wieder.
"Du glaubst, dass ich mich nicht gerne durchschießen lasse, um dir das Leben zu retten? Das nehm ich persönlich." Er erwiderte den Kuss und zog Colin ein bisschen dichter an sich. Das gab Colin eine Gänsehaut. Er legte die Arme um Kei. Der verringerte den Abstand zwischen ihnen noch ein letztes kleines Stück, küsste ihn weiter und machte sich daran, Colin aus den Kleidern zu pellen, wobei er oben anfing und die Kleider einfach achtlos irgendwohin warf. Colin hob bereitwillig die Arme, um sich Kapuzenpulli und T-Shirt ausziehen zu lassen.
"Warum lässt du dich Akaya nennen?"
"Ich will nicht, dass zu viele Penner vor meiner Tür stehen und mich abknallen wollen."
"Klingt nachvollziehbar. Aber deine Leute wissen, wie du wirklich heißt?"
"Einer weiß es. Der Rest nicht. Den Nachnamen kennen die, die schonmal hier waren."
Kei fummelte an Colins Hosenknopf herum und öffnete ihn schließlich.
"Wissen die, was du in deiner Freizeit machst?"
"Das interessiert die nicht. Obwohl es sein kann, dass der eine oder andere hier und da mal was weiß."
"Die anderen wissen es."
"Die wollen mich auch umlegen. Da liegt es nahe, dass sie wissen, was ich mache. Obwohl mir das nicht gefällt."
"Irgendwie habe ich den Eindruck, es wäre am klügsten, wieder auszuwandern. Und für dich, umzuziehen."
"Vielleicht. Aber wohin? Mach einen Vorschlag, ich lebe lange, ich kann überall hin."
Colin schmunzelte. "Damit du lang lebst, solltest du irgendwoanders hin. Aber ich kann dir nicht sagen, wohin. Ich kenne nur diese Stadt. Außerdem bin ich noch zu egoistisch."
Kei küsste Colin kurz und erwiderte dann: "Ja. Vielleicht. Aber noch nicht jetzt," während er sich daran machte, Colin der Hose zu entledigen. Colin richtete sich auf den Knien etwas auf, war aber anscheinend nicht dazu bereit, aufzustehen und Keis Schoß zu verlassen, damit der ihn bequem ausziehen konnte. Kei zog ihm die Hose soweit wie möglich runter, was nicht sehr weit war.
"Ich wollte deine Hose eigentlich nicht zerreißen," sagte der Vampir dazu und grinste leicht.
"Dann tus doch nicht," bot Colin mit einem gleichgültigen Schulterzucken und süffisantem Lächeln an.
"Dafür müsste der Herr sich aber in die Höhe begeben," entgegnete Kei.
Colins Augenbrauen fuhren überrascht hoch.
"Warum muss ich mich 'in die Höhe begeben,' damit du meine Hose nicht zerreißt? Kannst du das nicht einfach so... nicht tun?"
"Könnte ich. Ich weiß aber noch nicht, ob es mir gefällt, wenn du sie anbehältst."
"Dann erlauben wir dir doch einfach ein bisschen Zeit, um dich daran zu gewöhnen. Vielleicht magst du den Umstand ja," schlug Coin begeistert vor.
"Na gut." Kei mochte Spielchen selten, wenn es nicht seine waren.
Daraufhin setzte Colin sich einfach wieder auf Keis Knie. Dichter heran ging es nun nicht mehr, weil ihm die teilweise heruntergezonenen Jeans nicht mehr viel Möglichkeit ließen, die Beine weit zu spreizen. Er küsste Kei wieder und zog mit den Zähnen an dem kleinen Lippenring. Kei grinste ein bisschen, erwiderte den Kuss und biss ihm spielerisch auf die Unterlippe, während er dem Zug auf dem Ring nachgab.
"Ich habe eine merkwürdige Aufgabe bekommen," teilte Colin ihm schmunzelnd mit. Es war ihm etwas peinlich, dass er Kei das erzählte, den es wahrscheinlich nicht die Bohne interessierte, aber mittlerweile war er sich sicher genug, dass es Keis Meinung von ihm nicht wesentlich beeinflussen würde, wenn er ihm die eine oder andere Nichtigkeit aus seinem Leben erzählte. Und er hatte verdammt nochmal das Bedürfnis dazu. Wenn er eins über den Wahnsinnigen gelernt hatte, war es, dass er instantane Bedürfnisbefriedigung guthieß.
"Ich soll meinem Vater einen Brief schreiben, in dem ich ihm vorsichtig erkläre, dass ich... Jungs gut finde," sagte er mit einem langsamen Nicken, das andeutete, wie lächerlich er das fand. "Für den Fall, dass er was dagegen haben könnte. Damit es später keine Szene gibt."
"Ist dein Vater nicht so tolerant?" Kei hatte sich um sowas nie Gedanken gemacht.
"Keine Ahnung."
"Wer hat dir die Aufgabe mit dem Brief gegeben?"
"Hiroki. Meine Mutter hat nicht verstanden, warum, bis er sagte, dass es besser sei, wenn er und die Schotten alle Bescheid wüssten, damit bei der Hochzeit mit all den Japanern drumrum keine große Sache draus wird. Das fand sie dann einleuchtend. Und jetzt muss ich ihn schreiben, den Brief."
"Und warum sollte das bei der Hochzeit eine große Rolle spielen? Du heiratest doch gar nicht."
Colin zuckte ratlos mit den Schultern.
Dann öffnete er den Mund, aber schloss ihn gleich wieder, als ihm etwas einfiel.
Kei schaute ihn kurz fragend an.
Colin sah verlegen zur Seite.
"Was ist?"
"... Ich sollte dich zur Hochzeit einladen..."
"Hiroki hat mir ne Einladung gegeben. Er meinte, du machst das bestimmt nicht." Kei fing an zu grinsen. Erstaunen und leichte Entrüstung machten sich auf Colins Gesicht breit.
"Wann ist das denn passiert?"
"Vor einer ganzen Weile. Irgendwann nach der Schule. bevor deine Mutter mich hassen gelernt hat."
"... Der Mann ist schrecklich."
Kei lachte ein bisschen. "Ich fand das jetzt nicht dramatisch."
"Ich schwöre es dir, der Mann kann hellsehen und trifft alle deine Entscheidungen!" Colin rang fast die Hände. Jetzt lachte Kei wirklich.
"Dann musst du einen Schritt schneller sein als er."
Das nahm Colin tatsächlich ernst.
"Gute Idee! Mit irgendwas muss ich ihm zuvorkommen..." Er strich sich nachdenklich übers Kinn.
"Nimm etwas, womit er nicht rechnet."
"Aber was soll das sein, er rechnet mit allem. Selbst das Neujahrskonzert wird keine Überraschung für ihn sein."
"Es muss etwas geben, womit er nicht rechnet," entschied Kei, wobei er keine Ahnung hatte, was das sein könnte.
Plötzlich lächelte Colin und errötete.
Er räusperte sich.
"Gehst du hin?"
"Ich denke ja, ich bin schließlich eingeladen." Er lächelte. "Wenn du einverstanden bist, heißt das."
"... Idiot..." murmelte Colin beschämt. "Ähem... kannst du auch akustische Gitarre spielen?"
"Ich hab keine, aber ich kann sie spielen, ja."
"Lass uns als Geschenk etwas vorspielen."
"Gern." Kei mochte diese Idee, auch wenn er sich nicht sicher war, wie Colins Mutter überhaupt darauf reagierte, wenn er auftauchte.
"Es wird mindestens eine Gitarre zur Hand sein, aber du brauchst vorher schon eine zum Üben."
"Ich kann mir eine holen, das ist kein Problem."
"Und schon hast du meine Hose vergessen." Colin grinste.
"Danke, dass du mich daran erinnerst." Kei grinste ebenfalls.
"Ach, nicht der Rede wert." Er erhob sich wieder auf die Knie und zog seine Hose einfach wieder hoch.
"Das war die falsche Richtung," stellte Kei fest.
"Oh?" Colin stand auf, drehte sich um und setzte sich rückwärts wieder auf Keis Knie. "So richtig?"
Kei wurde ungeduldig.
"Nein, ich meinte eher so." Er nahm Colin und hob ihn hoch, drehte sich so, dass er den Kleineren aufs Bett legen konnte, und zog ihm die Hose aus. Danach nahm er seine Hände und pinnte sie mit den eigenen aufs Bett. Ohne Murren oder Widerstand nahm der Junge Abschied von seinen Hosen und Socken und sah Kei nur ernst an.
"Ich bin froh, dass du nicht tot bist."
"Ich auch. Und auch, dass du nicht tot bist," erwiderte Kei und küsste ihn. Den Kuss erwidernd, rutsche Colin ein bisschen herunter um mit angewinkelten Knien die Beine hochzustellen. Er versuchte auch, seine Hände aus Keis Griff zu ziehen, obwohl der sich darauf stützte. Kei grinste bloß. Der Versuch blieb fruchtlos und er küsste Colin weiter. Colin wandte sein Gesicht ab und versuchte es mit mehr Anstrengung weiter. Kei grinste nur und ließ Colins Versuche nicht gelingen.
"Lass mich los," sagte Colin leise und wurde ruhig.
"Wenn du mir sagst, warum."
"Ah, das alte Spielchen," er seufzte und lächelte sanft. "Weil ich dich darum bitte?"
"Hm, nö."
"Was, das funktioniert nicht mehr? Mist." Er musste schmunzeln. Kei grinste ein bisschen dreckig.
"Wie wär's mit nem richtigen Grund?" Er hatte so oder so nicht vor, Colin loszulassen.
"Ehm... ich... mags nicht, festgehalten zu werden?" Er musste fast grinsen - Lügen war wirklich nicht seine Stärke. Schauspielern vielleicht, aber geradeheraus die Unwahrheit sagen... nö. "Das ist wirklich... uncool..."
"Irgendwie glaube ich dir das nicht."
Colin atmete hörbar aus. "Trotzdem diskutierst du noch mit mir."
"Das ist keine Diskussion." Kei grinste. Ihm selbst hing seine Hose irgendwo auf der Hüfte, als er halb über Colin hing, halb auf ihm lag.
"Jetzt wird es eine," sagte Colin mit einem Augenbrauenzucken, "und das war ein Argument." Er war im feinsten Klugscheißermodus. Kei grinste bloß und küsste den Kleineren wieder, drückte ihn dabei nach unten.
"Mmf!" Er drehte den Kopf wieder weg. Kei grinste immer noch und richtete sich auf, ließ ihn los, blieb aber so sitzen, dass Colin sich nicht groß bewegen konnte. Er konnte das den ganzen Tag lang machen, nur wollte er nicht. Colin atmete auf und stützte sich auf die Ellenbogen. Er war so ziemlich auf Halbmast.
"Das war so einfach!" Er schmunzelte böse. Kei grinste.
"Du hast doch irgendwas vor," kommentierte er Colins Gesichtsausdruck.
"Dasselbe was ich immer vorhabe," erklärte er mit einer vage abwinkenden Geste. "Meine Killermaschine manipulieren." Dabei machte er ein Gesicht wie manche Leute, wenn sie Katzenbabies streicheln dürfen, und hielt eine Hand an Keis Wange. Kei verfluchte seine Hormone ein wenig.
"Das Gesicht wäre beinahe niedlich."
Nun musste Colin etwas überrascht ehrlich lächeln.
Und dann lachen.
"Beinahe? Och..." Er schniefte und sah affektiert zur Seite. Kei lachte ebenfalls.
"Ja, es wäre niedlich, wenn ich nicht ich wäre."
"Aah, wir haben Wortfindungsstörungen!"
Er lachte. "Ich bin der Meinung, der böse Blick steht dir besser."
"Du meinst den, der dich töten würde, wenn er könnte, wenn du mich zum Beispiel gerade dabei belauscht hast, wie ich mir einen runterhole, oder wenn du mir ins Klo nachkletterst, oder-"
"Den meine ich." Kei grinste, als ihm das spontan wieder einfiel.
"Für den musst du mir erstmal wieder richtig auf den Sack gehen. Und das passiert bestimmt erstmal nicht. Vor ein paar Tagen hast du ne Menge Machokredit angehäuft," erläuterte Colin zweifelnd, aber unernst.
"Das schaff ich schon noch."
"Ich glaube fest an dich," Colin nickte. "Das mit dem Manipulieren funktioniert auch ganz gut. Ich bin sehr mit uns zufrieden." Er lächelte selbstzufrieden.
"Ich sollte mir abgewöhnen, darauf einzugehen..."
"Dann müsstest du dir abgewöhnen, mir zuzuhören und mich anzusehen, und das wäre nicht gut. Es ist immer klug, auf den mit dem dickeren Gehirn zu hören."
"Pfffff. Glaubst du?"
Colin bedachte ihn mit einem herablassenden Blick der weisen Güte. "Ich habe das dicke Gehirn. Ich muss nicht glauben."
"Sei dir da mal nicht so sicher."
"Hey, ich höre auch auf dich. Wenn es ums Abschlachten und dabei gut aussehen geht, bist du der Experte," Colin zuckte die Schultern. "Und wenn es darum geht, mit meinem Mundwerk Zeit totzuschlagen, bin ich der Experte. Darauf können wir uns wohl einigen."
"Einverstanden. Du könntest dein Mundwerk aber auch sinnvoller einsetzen als zum Zeittotschlagen."
Dazu nickte Colin nur zustimmend. Er lächelte freundlich und tat nichts weiter. Der Vampir küsste ihn wieder. Gierig. Colin empfing ihn genüsslich und packte ihn mit einer Hand im Nacken. Mit Zähnen, Zunge und einem Seufzen erwiderte er den Kuss.



Tuesday, September 29, 2015

Kei + Colin XXX: Kei ist genervt

| One Inch Punch - Pretty Piece of Flesh |


Akaya = (jap.) "Rote Nacht" 
- sama = Unterwürfige Anrede; "Herr"/"Meister"
- kun = Anrede für männliche Kollegen und Gleichgestellte


Kei bekam eine Bildnachricht.
Es war ein Foto von Colin, wie er in einem rüschigen, unordentlichen Kleid mit gefesselten Füßen und Händen auf einem schäbigen Fußboden in einem halbdunklen Raum saß. Er starrte tödlich hasserfüllt, aber schien abgesehen von der Kostümierung unversehrt zu sein.
Kei rief den Abensder einfach an.
"Was soll der Scheiß, was willst du?"
Nach dem Abnehmen antwortete niemand. Es war nur ein rumpelndes, ratterndes Geräusch zu hören, das schnell anschwoll und dann mit einem gedämpften Kreischen anhielt. Danach wurde aufgelegt.
Kei fragte sich, was die Penner wollten, außer ihm zu schaden. Er zeigte seinem Vorgesetzten die Nummer.
"Kennst du die?"
Sein Vorgesetzter verneinte. "Frag Ryuuji-sama. Der könnte sie kennen."

Gemeinsam betraten sie das Büro, das Kei mittlerweile sehr vertraut war.
"Ryuuji-sama." Er verbeugte sich.
"Akaya-kun."* Ein Kopfnicken.
Kei legte seinem Boss die Nummer vor und - tatsächlich. Der wusste beinahe auf Anhieb, wem sie gehörte.
"Versucht es im östlichen Viertel bei dieser Adresse. Nehmt die hier mit." Der Boss ließ sich von einem Mann, der stumm neben dem seinem Schreibtisch gestanden hatte, zwei Pistolen aus einem hohen Panzerschrank geben und legte sie nach einer kurzen Inspektion auf den Tisch.
Kei nahm sich eine davon, prüfte ob sie geladen und gesichert war, und steckte sie sich hinten in den Hosenbund.

Mit seinem Vorgesetzten fuhr er zur genannten Adresse. Ein Nachtclub.
Kei ging einfach hinein und erkundigte sich an der Bar nach dem Inhaber der Handynummer – mit dem Namen, den Ryuuji-sama ihm gegeben hatte. Der Barmann sagte ihm, dass der Typ, dem die Nummer gehörte gerade 'im Lager' sei und Kei dort nicht hindürfe.
Er suchte trotzdem nach der Tür mit der Aufschrift 'Personal', fand sie am unteren Ende einer Treppe ging einfach hinunter. Sein Begleiter wartete oben am Ladeneingang.
"Ihr habt Besuch!" rief er in den Gang hinter der Tür.
Er stand unmittelbar vor dem ersten Typen.
Der hatte seine halbautomatische Irgendwas längst in der Hand gehabt und richtete sie nun faul auf Kei.
"Herzlich willkommen," sagte er undeutlich. Er hatte einen feuchten Sprachfehler. Hinter Kei war ein Schritt zu hören, und das leise Klicken, das andeutet, wie sich ein Finger auf einem Abzug krümmt.
"Sei gegrüßt, ich hab meinen Freund verloren. Ich hätte ihn gern zurück." Er zog seine Waffe. Oh zwei davon...Wie originell.
Der Mann, der hinter ihm auf seinen Rücken zielte, drückte ab.
Kei wich dem Schuss tatsächlich aus und erschoss den anderen. Es war knapp. Der Schuss streifte ihn an der Seite, doch seiner hatte sein Gegenüber mitten ins Gesicht getroffen, das nun mit einem matschigen Laut zerplatzte. Die nächste Kugel fand den anderen Typen zuverlässig im Hals. Er hatte nicht einmal mehr Zeit, zu gurgeln, während er tot zusammenbrach.
"Überleg dir das lieber nochmal." Er ging in dem Gang ein Stück weiter. "Wer will noch?" fragte er laut, während er über eine Leiche stieg.
Die schwere metallene Feuerschutztür, die von den beiden Gorillas bewacht worden war, war verschlossen.
Kei stand davor und seufzte. Er klopfte einfach mal an.
Als Antwort erhielt er nur das vorbereitende Klicken mehrerer Schusswaffen, und weiter entfernt und noch gedämpfter konnte er einen Mann kurz aufschreien und dann dreckig fluchen hören.
"Wenn ihr mich erschießen wollt, müsst ihr die Tür schon aufmachen. Oder muss ich das etwa selbst?"
"Das kommt ganz darauf an, wie ernst es dir ist," kam gedämpft zurück. "Du musst es nicht. Wenn du heute noch was wichtigeres zu tun hast, kann deine Freundin bestimmt noch ein bisschen warten."
Kei versuchte es damit, auf das Schloss der schweren Tür zu schießen und sie dann gewaltsam einzutreten. Tatsächlich gab sie nach. Der Mann in dem Gang, zu dem diese Tür führte, der seinerseits wiederum zu einer weiteren Tür derselben Machart führte, wusste, dass er sich in einer ziemlich misslichen Lage befand. Allein, um zu überleben, musste er den Eindringling, den seltsamen Akaya mit dem Ruf, eine außergewöhnlich effektive und gewaltsame Killermaschine zu sein, der es irgendwie fertigbrachte, eine Stahltür zu zerbeulen, töten oder auf andere Art unschädlich machen, denn selbst wenn er sich ergab und dann tatsächlich verschont werden würde, würde er sterben, nur etwas später durch seine Bosse. Aber das kam ihm sowieso nicht in den Sinn, denn er war treu und zuverlässig, wenn auch in just diesem Moment ein vages bisschen eingeschüchtert.
Er entsicherte beide Maschinenpistolen und richtete sie schonmal auf die Tür.
Kei öffnete das zweite Schloss, jedoch nicht die Tür selbst. Die schob er nur quietschend einen kleinen Spalt weit auf und schoss durch diesen, in der Hoffnung mit wenig Zielen zu treffen.
Die Wache hatte in diesem leeren Gang keine Möglichkeit, in Deckung zu gehen und ballerte einfach drauflos, als auf ihn geschossen wurde. Gleichzeitig brüllte er verwegen. Die Projektile durchdrangen die schwere Tür nicht, zerbeulten und verzogen sie aber noch etwas mehr und ließen den Mörtel und Putz rund um die Tür aus der Wand spritzen.
Kei hatte sich hinter der Tür in Deckung gebracht und schoss ab und an auf den Mann in der Hoffnung eines Treffers. Der Mann war im Blutrausch. Er schoss einfach weiter, bis die Pistolen leer waren und ließ sie dann fallen, um neue unter seiner Jacke hervorzuziehen und weiterzuschießen. Es war nicht festzustellen, ob er getroffen war, bis er seine beiden Ersatzmagazine auch schreiend leergefeuert hatte und dann plötzlich stumm zusammenbrach.
Kei hatte sich einfach in Deckung gehalten, bis das Dauerfeier aufhörte. Danach wagte er sich, um die Ecke zu schauen und stellte fest, dass der Typ tot war.
Er ging weiter, ohne ihm groß Beachtung zu schenken.
Die nächste Tür war der vorigen sehr ähnlich, und sie war ebenfalls verschlossen.
Kei war genervt. Er zerschoss dieses Schloss ebenfalls und öffnete die Tür vorsichtig. Sie war schwer, ließ sich aber ohne Widerstand öffnen. Der Raum dahinter war spärlich beleuchtet und beinahe leer. An der gegenüberliegenden Wand, direkt gegenüber der Tür, saß Colin auf dem unebenen Kellerboden, die gefesselten Füße vor sich gestellt und die Arme hinter dem Rücken. Wie auf dem Foto trug er das Kleid. Außerdem war er mit einem Seil und stabilem Klebeband geknebelt. Seine Augen weiteten sich etwas, als er Kei erkannte.
Kei betrat den Raum, wobei er dicht bei der Tür stehenblieb, und sah sich vorsichtig um. Er ließ den Blick von Colin aus weiter durch den Raum wandern. Sofort raste von der Seite ein Ende eines Holzstabes auf seine linke Schläfe zu. Gleichzeitig trat hinter der geöffneten Tür ein Anzugträger mit Pistole in der Hand hervor und schoss auf Keis Brust.
Der Vampir wich blitzschnell aus, indem er sich zur Seite beugte, und trat dem Stabschwinger gegen den Kopf. Die Kugel erwischte ihn fast, landete aber in der Wand. Der Stabkämpfer im Jogginganzug war ein erfahrener Schläger und wusste mit dem Bo umzugehen, also schüttelte er nur grunzend den Kopf, während er einen Schritt zurück nahm, um das Gleichgewicht zu behalten, bevor er sich schnell und geschickt drehte, um Kei erneut anzugreifen.
Währenddessen verfehlte der Anzugträger Kei noch zweimal und packte sich stattdessen fluchend Colin. Als er ihn hinten am Kleid griff und auf die Beine zog, zog sich Colins Gesicht mit einem erstickten Laut vor Schmerzen zusammen. Der Anzugträger rammte ihm den Lauf seiner Pistole gegen die Schläfe.
"Schluss mit dem Theater!" brüllte er.
Kei drehte sich um, knockte den Stabkämpfer dabei mit dem Griff seiner Glock aus.
Fuck... "Ich war hier eh fertig."
"Sehr richtig," stimmte der Anzugträger zu und schoss wieder auf Kei, jetzt wo er praktisch stillhielt. Kei wurde an der Hüfte gestreift, als er auswich und dabei den Abstand zwischen sich und dem Mann verringerte. Der schoss nochmal und ging dabei selbst zu Seite, wobei er Colin mitschleifte, der wieder ein Geräusch von sich gab, das unmissverständlich von Schmerzen zeugte. Diesmal behielt er die Augen geschlossen und versuchte nur, seinen Atem zu beruhigen.
Im nächsten Moment hatte der Typ eine Faust im Magen und eine Kugel im Bein.
"Eins."
Der Mann ließ einen unkontrollierten Schuss los und krümmte sich würgend, während ihm gleichzeitig ein Bein einknickte. Dabei riss er Colin unwillkürlich nach hinten, der mit gefesselten Füßen sein Gleichgewicht nicht finden konnte und es bloß schaffte, sich mit einem Ruck nach vorn auf die Knie fallen zu lassen. So blieb er vornübergebeugt erstmal mit zusammengekniffenen Augen hocken und versuchte, sich möglichst nicht zu bewegen. Auf seinem Rücken waren seine blutverschmierten Handgelenke stramm mit dünnem Stahldraht gefesselt, der ihm tief in die Haut schnitt.
Der Mann richtete die Pistole wieder auf Kei und schoss.
Kei wurde durchschossen. Knapp unter der Lunge. Ein Durchschuss. Der Vampir zerschoss im Gegenzug den Typen mit einem Schuss ins Auge und einem, seinem letzten im Magazin, durch die Lunge.
"Alles okay?" Er richtete sich an Colin, wohl wissend, dass das eine blöde Frage war.
"Hm," sagte Colin gedämpft, der bei den letzten Schüssen vorsichtig hingesehen hatte. Er nickte und sah Kei mit Tränen in den Augen an. Er sah, wie sich das Blut auf Keis Hemd ausbreitete.
Langsam drang es in Kei Bewusstsein vor, dass er ein Loch in seinem Körper hatte. Er zuckte zusammen. Das tat weh.
"Hng..." gab er von sich, befreite Colin von Knebel und Fesseln und nahm ihn in den Arm.
Als Kei den Draht um seine Hände entfernte, schnaufte er und riss sich zusammen, um nicht aufzuschreien. Wo der Draht abgezogen wurde, quoll frisches Blut hervor. Seine Füße waren durch den Stoff seiner Schuhe um die Knöchel geschützt gewesen, aber das Segeltuch war dort, wo der Draht es umwickelt hatte, aufgerieben und zerrissen.
Er legte sein Gesicht in Keis Halsbeuge und atmete durch.
"Gleich bist du tot," flüsterte er.
"Ach was. Is nurn Kratzer." Kei sprach leise. "Lass uns gehen, ja?"
Colin nickte. Kei drehte sie beide in Richtung Tür.
"Wenn ich ohnmächtig werde, sei so gut und halt mich am Leben, okay? Ich bin zu jung zum Sterben."
Colin musste fast lachen, dann weinen, und entschloss sich, keins von beidem zu tun.
"Jetzt musst du kein Macho mehr sein." Er ging hinter die Tür, wo seine Tasche und seine Kleider hingeworfen worden waren, stopfte letztere in die erstere, wobei seine Hände zitterten und er nicht so recht die Kontrolle über sie hatte, und hängte sich die Tasche um, ehe er zu Kei zurückging und dessen Arm auf seine Schultern nahm, um ihn zu stützen.
Obwohl er es nicht zugeben würde, war Kei das willkommen. Sein T-Shirt saugte sich mit Blut voll und eben dieses lief seinen Körper herunter.
"Warte," sagte Colin plötzlich, "setz dich hier an die Tür. Weißt du, wo wir hier sind?"
"Ostviertel unter einem Nachtclub," erklärte Kei, als er sich bedacht auf den Boden fallen ließ.
"Welcher Nachtclub genau?" Colin stützte Kei auf dem Weg nach unten noch etwas und rupfte dann seine Hose und seinen Pullover aus der Tasche.
"N Kneipen- und Stripclub... Den Namen weiß ich nicht, nur die Adresse."
Die gab er Colin dann auch und lehnte sich an die Wand, an der sie gerade vorbeigelaufen waren. Colin fand sein Telefon in seine Kleider gewickelt, schaltete es an und wählte sofort den Notruf. Er schaltete auch den Lautsprecher an und legte das Telefon neben sich auf den Boden, damit er die Hände frei hatte. Er zog Keis bluttriefendes Hemd hoch. Kei ließ ihn machen.
"Was wird das?"
"Druckverband. Damit du nicht verblutest." Er ließ das Hemd klatschend auf den Boden fallen, nahm sich seinen schwarzen Rollkragenpullover und zerriss ihn. Da meldete sich jemand vom Notruf.
Colin gab die Adresse, Art der Verletzung und Anzahl der Verletzten an. Er sagte, dass sie sich im Keller des Clubs befänden und er jetzt einen Druckverband improvisieren würde. Die Frau am anderen Ende der Leitung schien sich nicht über die Umstände zu wundern oder zu zögern, sondern bedankte sich für die Angaben und kündigte professionell an, dass sie gerade einen Rettungswagen losgeschickt habe.
Während des kurzen Gesprächs hatte Colin einen Teil des Pullovers stramm zusammengerollt und auf Keis Wunde gedrückt.
"Drück drauf, so fest du kannst."
Kei tat, wie ihm geheißen. So hoher Blutverlust bekam ihm gar nicht gut. Die zweite Pulloverrolle drückte Colin auf die Austrittswunde auf Keis Rücken, und dann nahm er seine Uniformhose und band sie stramm um Keis Oberkörper. An einer Seite knotete er die Beine fest zusammen.
"Ist das sehr eng?"
"Erträglich. Ich krieg noch Luft." Kei war verdammt dünn, wenn auch muskulös. Manchmal machte er den Anschein, als könnte man ihn zerdrücken, besonders wenn so halb tot war wie jetzt.
"Lehn dich an den Knubbel auf deinem Rücken." Colin übernahm das Drücken auf der Vorderseite. "Bist du allein gekommen?" Er drückte mit der linken Hand auf den Verband, während seine rechte zitternd in seinem Schoß auf dem Rüschenrock lag und ihn vollblutete.
"Nein. Draußen ist ein Kollege, der wartet... Das Kleid steht dir nicht. Der Kimono war besser." Kei rang sich ein Grinsen ab und lehnte sich an die Wand. Colin lächelte.
"Schade. Damit sollte mir die ganze Schule zu Füßen liegen. Aber jetzt ist das auch egal, es ist sowieso kaputt." Er sah zur zerschossenen Kellertür. "Es ist wahrscheinlich besser, wenn er nicht gesehen wird, oder?"
"Der Tote oder mein Kollege?"
"Dein Kollege. Gegen den Toten können wir nichts machen. Davon haben wir hier mehrere herumliegen."
"Er hat ja nur da gestanden, es sieht aus, als wäre er ein Gast gewesen."
"Dann sollte ich ihn nicht reinholen." Er betrachtete noch einmal die Tür. "Es tut mir Leid. Sie werden die Polizei dazuholen. Aber das ist besser als zu sterben, richtig?"
"Ich hab Lärm gehört, die Typen waren schon tot."
"Was ist mit der Waffe, die du benutzt hast, mit deinen Fingerabdrücken, den Schmauchspuren auf deiner Hand und mit deinen Verletzungen?"
"Das untersuchen die doch erst, wenn ich übern Berg bin. Ich hab mich gewehrt. Ansonsten gibst du die Waffe meinem Kollegen, der ist unverdächtig."
"Gib sie mir. Hat Shingo dir alles erzählt?"
Kei gab ihm die Waffe.
"Dass ihr verfolgt wurdet und dass die dich haben wollten. Warum, weiß ich nicht."
Colin ließ die Pistole in seiner Schultasche verschwinden und legte noch die Kostümverleihtüte obendrauf, bevor er zu guter Letzt seine Schuljacke draufstopfte.
"Wir könnten erzählen, dass du auch hier gefangen warst."
"Das glauben die nicht. Die kennen mich. Ein bisschen."
Colin musste nicht fragen, woher. Er sah Kei nur ernst an.
"Du bist blass geworden," sagte er flach.
"Ist das was neues?"
Colin küsste ihn sanft. Kei erwiderte den Kuss kurz, danach schloss er die Augen und lehnte auch den Kopf an die Wand hinter sich. Die Tür zum Club öffnete sich und Menschen stampften raschelnd herbei.



Thursday, July 10, 2014

Superhero ... ish VI + VII


VI

Jimmy had been rash, she had been careless, she had lost one of her weapons, was no closer to knowing The Shade's miracle power and had most likely made an enemy in her now. Well. The most regrettable part was that she now had one less dart to work with. The one that The Shade had stolen out of her belt had been stopped by her ribcage and so the resulting wound was only shallow and would stop bleeding soon enough. She could easily have picked a more vulnerable spot, like her stomach or the liver on the back, instead she had chosen to only sting her solar plexus a little.
It made sense, Jimmy reflected that morning while cutting a strip of band-aid. It was close to where the dart had sat in the belt and obviously The Shade had only wanted to distract her to get free.
She pulled the paper strips off, flicked them into the bathroom bin and lifted the band-aid up to her chest. And stopped. She squinted at the small hole below her heart. Or rather, the roughly star-shaped scar.
Well, fuck me. That was fast. She prodded the tiny patch of tender pink skin and rubbed over it to confirm what she saw. When the hell did that happen? She wondered, and then was distracted by debating whether to save or throw away the now useless band-aid.

It rained. Jimmy loved that. For various reasons, it meant fewer potential witnesses – The view was bad, sounds were obscured, and in general people would stay indoors and not come across Jimmy in the first place. It also obscured most traces she might leave behind and posed a slightly greater challenge to her. Wetness turned everything more slippery and dangerous, and the rain itself influenced the handling of her blades.
With nothing pressing on her agenda tonight, Jimmy could entertain herself and practice to her heart's content. For this purpose she had loaded up her mp3 player. With all the noises of the rain and wind she could afford to hear a little less and risk being less silent than usual. She wouldn't be heard anyway.
On the vast construction site by the university, well away from the portable bungalows of the workers, Jimmy climbed the building shells from the outside and jumped from wall to naked wall, exercised balancing on the scaffolding and throwing darts. It all worked as well as it ought to, so she moved on to her next exercise before she could get bored. She hopped from concrete to steel, back to concrete and down to the muddy ground as soon as she had reached the biggest pile of debris that they kept here. She dashed up the hill of broken concrete blocks, metal, granite and wood and straightened up on the topmost wooden beam sticking out. She had to balance a little, because it started shifting and wobbling slightly when her full weight pushed down on its outermost end, but managed to keep it still.
The rain had not only soaked the ground and turned it so soft that everything sank down and stuck to it like to a giant gum, but had also seeped into the raw edged concrete and splintery construction wood and weighed them down slightly. Delighted at this opportunity, Jimmy picked a cracked block of armoured concrete sitting at the foot of this debris hill. It was more than ten times her size and had bent points of steel beams sticking out of it in several places. She examined its dimensions from the distance while securing her footing on the beam at the top of the pile. Stretching out both her arms with open hands towards her target, she started lifting it slowly. It was genuinely hard at first, and Jimmy began to think that she had accidentally directed her intent at something else, when the concrete block suddenly jerked upwards a few centimetres with a wet sucking sound as it came out of the mud. Jimmy almost dropped it again in surprise, but it felt surprisingly light to her now. The weight she was lifting was comparable to that of a full linen bag of groceries, or maybe two sixpacks of beer in glass bottles. Jimmy laughed triumphantly and started singing along to the music in her earphones.
"'Will you dance with me now, heaven's child?' sang the clown, we've nothing to lose but your wings and my frown!" She lifted the block over four metres above the ground to about her own height and pulled it closer. She tried varying the speed to see how steady she could keep it and at what point she might lose control over it. "- To the sound of our love singin' true! So tell me why no one's listenin', is there nothing at all left to say!" When it was close enough for her to touch if she were to lean forward a bit, she lifted it again, and over her head this time, grinning wildly. The adrenalin rush and the awareness of this power surging through her, holding up this massive chunk weighing several tons, was exhilarating, to say the least. She had to laugh, even as a small trickle of rainwater made it through a crack in the concrete and splashed down on her face, followed by a few small crumbs of loose concrete. "So may the living be dead in our wake!" she shouted to the song in her ears and hurled the concrete block down the other side of the rubble hill. It landed with a wet thud and set off a chain reaction of cracking and shifting, as the lower parts in the pile were crushed and knocked aside by it. The debris shuddered and began to shift and slide in an avalanche of rubbish, and Jimmy had to hop down from her beam before the movement reached her. She jumped onto a barrel and then the concrete block, just before the entire pile collapsed. She spread her arms, laughing, and hopped around in a circle on her block.

It took The Shade over two weeks to make another appearance. Jimmy would have sought her out herself, if only she had had an idea where to start looking. However, she had been sure that The Shade would approach her again, albeit more cautiously than before, and she did.
After a reprieve of roughly a week, the rain had started again a few days ago. It was annoyingly soft and slow, and sometimes turned into a misty dribble, then into just wet air for a few hours, until it started raining again. Jimmy did not mind and simply continued her private exercises, interrupting them only once or twice to relieve a fat cat of a small part of their comfortable wealth. After all, she needed to eat, too. She kept practicing her lifting with objects of varying weights and sizes, and each time she had successfully moved a particularly heavy piece exactly the way she wanted, her power rush made her so giddy she couldn't help but snicker and do a little victory dance.
This time she was standing on a stack of haybales that were covered with a thick canvas. These fields were not too far out to take a leisurely walk in them, so Jimmy had taken to use them because they were more devoid of people than the city, and it might become a little reckless to keep throwing large, heavy things around every night. Nevertheless she wanted to exploit the cover this continuous rain offered to practice, so these dark, quiet, people-less outskirts were almost perfectly suited to her purposes.
She fooled around, striking a pose like a mage shooting something out of his fingers, as she carefully placed the tractor back into the exact same indentations by the roadside that she had taken it from. She smiled smugly and released it, pulling her hands back, snapped her fingers and twirled around. "Got to be green, got to be mean, got to be everything more, why don't you like me, why don't you like me, why don't you walk out the door?" She looked up at the night sky, facing the falling water, threw out her arms and started bowing in every direction. "Thank you, thank you!"
"Who are you bowing to?"
Jimmy jerked away from that voice and nearly slipped on the wet covering. The Shade was sitting on the other end of the haystack, shockingly close, and what's more, she could not have just arrived, because she was lounging comfortably stretched out, leaning back on one arm and resting the other on a drawn up knee. She even had a fucking straw in her mouth, for crying out loud.
"You've got to stop doing that," said Jimmy, and hoped she hadn't yelled it.
"You've got to start paying attention," retorted The Shade.


VII

Jimmy turned her mp3 player off and took the earphones off. They slid safely down into her tunic. She used this time to chastise herself for letting her guard down and to force herself into instantly recovering from this little surprise. She started stretching to make a point about how utterly unalarmed and relaxed she was. If The Shade could strike cheesy poses to look cool, she could do it, too.
"Did you bring the dart you borrowed?" Jimmy said boredly, not even looking at The Shade while pulling one of her arms across her chest. Something hard knocked against her leg. She eyed the dart by her foot, kept messing around with her arms while nudging it onto the tip of her foot and lifting it up like this. Without bending down she picked the dart up from her foot and examined it for damages, dirt or any nasty surprises before sliding it back into the belt across her chest where it belonged. She then continued her pointless stretching, moving on to the legs.
"I'm really interested to know how you do that," said The Shade. Jimmy looked at her. She was watching. The rain made it hard to make out a particular facial expression, especially because only her mouth and one eye were visible. And her mouth was busy with that fucking straw. Jimmy looked away again, affecting a bored expression.
"I exercise," she said simply.
"I mean the telekinesis, stupid," said The Shade.
"So do I," said Jimmy.
"At least tell me if it's ... something you can learn. Please," tried The Shade.
Jimmy shrugged. Sod it.
"I don't know," she said honestly. "I don't know how I got that ability." She dropped the workout act and just sort of stood around. She hooked her thumbs into her belt and looked at The Shade. She, apparently, also gave up trying to look cool and sat up.
"Sorry for being so rude," Jimmy muttered. To her surprise, The Shade seemed to have no problem understanding the words at once, despite her damp scarf and the rain falling around them and drumming down on the canvas.
"I don't know if 'rude' is what it was ..." The Shade frowned and seemed to think about it.
"Uuh... insolence? Threatening behaviour? Harassment?" offered Jimmy.
"Yes! Harassment!" The Shade pointed at Jimmy.
"And coercion," added Jimmy, unfazed, while The Shade nodded vigorously. Jimmy shrugged. "Well, sorry for that," she said casually.
They looked out over the nightly, rainy, extremely muddy field together for a little while. Jimmy pulled her mask down.
"At least tell me if yours is something that you can learn," said Jimmy smugly. The Shade smirked.
"It's not. Sorry."
Jimmy thought about it.
"Is it contagious?"
The Shade shifted and looked up at her.
"Say what?"
Jimmy looked at her and decided to just fuck secrecy and go commando, figuratively. She pointed at her chest, where there was still a tiny indentation in the cloth from where The Shade had stabbed her.
"This wound healed up in less than an hour. It was small, but that shouldn't have happened. If you have something that can regenerate your body, maybe it rubbed off on me for a short while."
The Shade cocked her one visible eyebrow.
"That's impossible. You didn't touch -" She stopped herself.
"Well, I kissed you. So yeah, I did touch you," Jimmy stated and shrugged again. The Shade frowned up at her and got up. Again, the very picture of supple litheness and flexibility. Jimmy took note of that for the gazillionth time.
"That's never happened before," said The Shade, in a tone that said 'Impossible'.
"Maybe the people you've snogged haven't been injured. So no one ever noticed," said Jimmy stoically. She smirked at the gradually more and more flustered Shade, who was eyeing her suspiciously now. It looked as though she were resisting the urge to cross her arms. She also looked as if she wanted to say something. Jimmy kept smiling amusedly and just waited.
"That wasn't snogging." Shade managed to sound indignant in an elegantly dignified manner. Jimmy smirked. She debated whether or not to say it.
"Shall we try again? Just to see if it has the effect."
"Try again? We've never tried in the first place! You forced yourself on me!" Jimmy could almost see The Shade's hair rise up and crackle in outrage. It was wet but that didn't seem to keep it from moving up and sticking out as if charged with electrostatic. Jimmy cocked a brow, but was, in truth, impressed with the spectacle.
"I didn't plan that, you know?"
"Good, because that would have been a pretty stupid plan!" How she huffed.
"I was a little impulsive."
"I'd say!" Now she did cross her arms, glaring fiercely at Jimmy, who was still only sort of standing around.
"And I apologised," said Jimmy and shrugged. The Shade unbristled slightly. "Well, can we please try it? I would like to know why I healed so suddenly. You don't need to tell me how, just let us try this. As research, to try to reaffirm the results of last time. Alright?" She took a cautious step towards The Shade, who looked at her apprehensively but did not draw back. She nodded grimly and pulled her noseband down.